Bei Abbruch endet „neue“ Solidarität

▶ Ganz Fußball-Österreich hofft auf reguläres Meisterschafts-Finish
▶ Dabei ist ungewiss, ob heuer überhaupt noch einmal der Ball rollt
▶ Wertung im Falle einer Annullierung hat immenses Streitpotenzial

Natürlich hofft auch Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer, „dass die Maßnahmen greifen, wir die Saison zu Ende spielen können“. Und wenn nicht? „Ein Abbruchszenario ist in keiner Bestimmung geregelt. So wie die Regierung in dieser Ausnahmesituation neue Gesetze erlässt, wäre dies auch im Fußball notwendig“, so Ebenbauer, der auch auf Empfehlungen seitens der UEFA verweist. Vor allem bei der Frage nach den Europacup-Plätzen …
Die „Krone“ hörte sich bei den Klubs um, erkannte, dass die „neue“ Solidarität auf wackeligen Beinen steht:

Annullierung
„Sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden können, wäre ein legitimer Ansatz, die Wertung der Vorsaison herzunehmen. Eine Alternative wäre der UEFA-Koeffizient der letzten fünf Jahre“, meint Stephan Reiter. Leisen Zuspruch erhält die Idee des Bullen-Geschäftsführers von Hartberg und Sturm.
WAC-Boss Dietmar Rieg- ler will wissen: „Wir haben uns bei der letzten Videokonferenz verständigt, dass im Abbruchfall nicht der aktuelle Stand, sondern jener der Vorsaison zählt. Obwohl mir klar ist, dass das nicht allen gefallen wird!“
Würde der Endstand von 2018/19 hergenommen, hätte das in Hinblick auf die Europacup-Quali folgende Konsequenzen: Nicht der LASK, sondern der aktuelle Jäger Salzburg würde im Herbst im Königsklassen-Play-off antreten. Nicht Rapid, sondern WAC bekäme das Fixticket für die Europa-League-Gruppenphase. Und die Austria, obwohl Siebenter, dürfte erneut in der EL-Quali antreten. Wenig überraschend, dass Salzburgs Ansicht nicht alle teilen: „Es gibt mehrere Szenarien bis hin zu Geisterspielen mit geändertem Modus. Wenn es tatsächlich zum Abbruch kommt, sind wir dafür, den jetzigen Stand zu werten“, sagt Barisic. Argument des Rapid-Sportdirektors: „Jeder hat gegen jeden zweimal gespielt hat, es wäre die fairste Lösung.“

Unseriöse Diskussion?
Auch der LASK hat das bis vor Kurzem noch exakt so gesehen. Jetzt hält Präsident Gruber die Abbruchdiskussion ganz plötzlich für „unseriös“. Ebenso Austrias AG-Vorstand Kraetschmer, der noch auf Geisterspiele hofft. Entspannt sieht indes St. Pöltens Generalmanager Blumauer die Lage, da es laut seinem Rechtsberater „weder beim ersten noch beim zweiten Szenario einen Absteiger geben kann“.

Autor: Krone
Foto: SV Mattersburg

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