„Mit den Sponsoren wird es spannend“

Finanzielle Lage – Die Corona-Krise bringt sportlich Pause und wirtschaftlich Probleme mit sich. Hilfe soll kommen, aber reicht das?
Mittlerweile ist die dritte Woche, in der kaum mehr etwas normal ist, vorüber. Im Fußballbetrieb heißt das wegen des Coronavirus und den Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung schlicht und ergreifend: Stillstand. Trainiert wird nach Heimtrainingsvorgaben der Cheftrainer, in Eigenverantwortung oder auch gar nicht. Wann dieser Spuk vorbei sein wird, weiß keiner so genau. Fix ist, dass bis zum Ostermontag, dem 13. April, sicher nichts passieren wird und es selbst dann sehr unwahrscheinlich ist, dass sofort wieder gekickt wird. Sportlich möglicherweise nicht ganz so ausschlaggebend, finanziell im Gegenzug vielerorts schon.

SVO-Präsident Horn bleibt „skeptisch“
Noch in der Vorwoche sicherte der Burgenländische Fußballverband in einem Rundschreiben von Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt Unterstützung zu. Auch Sport-Landesrat Christian Illedits und Sport Austria-Präsident sowie Ex-Landeshauptmann Hans Niessl sprachen sich für rasche Hilfe aus. Niessl etwa forderte „100 Millionen Euro“ als Soforthilfe für den österreichischen Sport. „Ich hoffe, dass dann wirklich etwas davon überbleibt. Generell bleibe ich skeptisch“, so Oberwarts Obmann und Präsident Gerhard Horn, der auch als Geschäftsführer der Klöcher Bau GmbH tätig ist. Er meinte weiter: „Wir zahlen Aufwandsentschädigungen an die Spieler, die ausfallen, wenn sie keinen Aufwand haben. Wir streben mit ihnen aber eine vertretbare Lösung an. Diverse Zahlungen laufen dennoch weiter und Einnahmen sind keine zu erwarten.“ Wie es weitergeht? Horn: „Wir wissen es nicht. Ich hoffe auf Hilfestellung von Bund, Land und Verband, befürchte aber, dass dann nicht mehr viel über sein wird.“

„Bei einer Lockerung seitens der Regierung hätte eine Saison-Fortführung ohne Zuseher keinen wirklichen Sinn.”
Einiges wird im Umkehrschluss dann auch an der generellen Wirtschaftslage hängen. Sponsoren decken einen Großteil des Budgets ab, die aufgrund des generellen Stopps mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen haben (werden). Da wird der Amateur-Fußball und das Vereinsleben nicht mehr höchste Priorität besitzen. „Wird nicht gespielt, gibt es keinen Aufwand und somit keine Aufwandsentschädigungen. Es gibt ein paar Fixkosten, die aber nicht so hoch sind“, erklärte Güssings-Obmann Hannes Winkelbauer, der ergänzte: „Sponsorentechnisch wird es dann schon spannender. Da sind Probleme zu erwarten. Wir sind zum Glück sehr breit aufgestellt und so gehe ich davon aus, dass es wirtschaftlich für uns nicht dramatisch sein wird.“
In die gleiche Kerbe schlug Pinkafelds Sportlicher Leiter Alex Diridl: „Die finanzielle Lage ist schon angespannter als sonst. Wir sind aber in der positiven Lage, Rücklagen zu besitzen. Wie es mit den Sponsoren weitergeht, ist schwer abzusehen.“
Hilfe wird es an der einen oder anderen Stelle sicher brauchen, wobei eine schnelle Wiederaufnahme natürlich förderlich wäre. Ob diese kommt? Mehr als ungewiss. „Ich hoffe ja wirklich, dass im Mai noch gekickt wird. Dann würde uns das nicht so hart treffen“, so Allhau-Pressesprecher Ewald Musser zur BVZ.

Autor: Patrick Bauer – BVZ

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