Kein Bundesligaklub setzte im Herbst mehr Österreicher ein als Mattersburg

Mit Jano und Olatunji nur zwei Legionäre im Kader. Bei Transfers sieht Ponweiser „null Spielraum für Experimente“. Der SVM greift tief in den Topf!
Als Bundesliga-Präsident Frank Stronach 2004 mit der Idee eines „Future Teams“ aufhorchen ließ, das außer Konkurrenz Meisterschaft spielen sollte, lenkte ihn sein damaliger „Vize“ Martin Pucher auf eine andere, praxisgerechtere Förderung des heimischen Nachwuchses um.
Der Österreicher-Topf, in dem Einsatzminuten heimischer Spieler mit TV-Geldern honoriert werden, war geboren. Seit dessen Einführung stieg der rot-weiß-rote Spieleranteil in der Liga von 56,5 auf über 70 Prozent.
Im abgelaufenen Herbst war Puchers SV Mattersburg mit 16.387 Einsatzminuten (92 Prozent!) der „österreichischste“ aller Bundesligaklubs, Serienmeister Salzburg ist in dieser Wertung traditionell abgeschlagen Letzter. Mit ein Grund dafür, dass es sportlich nicht rund lief? „Keinesfalls“, ist Trainer Franz Ponweiser als ehemaliger Akademieleiter überzeugt, „das ist eine Philosophiefrage, Qualität gibt es auch in Österreich.“
Nur zwei Legionäre
Legionäre haben für ihn entweder „drüber zu stehen oder Zukunftsaktien zu sein“ – Kriterien, die seine beiden einzigen Nicht-Österreicher im Kader erfüllen: Der bald 33-jährige Regisseur Jano und der 20-jährige Victor Olatunji, auch wenn dieser das erst in Ansätzen zeigte. „Den muss man als Projekt sehen, sein Körper ist eine Waffe – gelingt es, ihn zu formen, kann er uns noch viel Freude machen.“ So wie das mit David Nemeth oder Nico Pichler erst im Herbst-Finish zwei Akademie-Gewächse taten.
Inwieweit man sich für den brutalen Abstiegskampf verstärkt, wird noch intern abgewogen, der eingeschlagene Weg soll darunter nicht leiden. „Auch mit einem Legionär mehr hätten wir noch klar den höchsten Österreicher-Anteil“, sagt Ponweiser: „Wenn man jemanden holt, dann nur einen Spieler, den man kennt. Wir haben null Spielraum für Experimente!“

Autor: Wolfgang Haenlein – Krone

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