Ein Debakel und die Nachwehen

Es war ein Saisonstart, der zum Alptraum wurde: Das 0:10-Debakel des FC Deutschkreutz/Unterfrauenhaid II im Nachbarschaftsduell beim ASK Raiding glich mit der historischen Schmach einer Selbstzerfleischung. Keine 48 Stunden später begann der geschäftsführende Obmann Norbert Hoffmann am Montag mit der Aufarbeitung. Die scheinbar höchste Saisonniederlage in der 58-jährigen Klubgeschichte hat deutliche Spuren hinterlassen und nicht zuletzt die Kritik nach dem völlig verpatzten Saison-Auftakt intern befeuert. Die Mannschaft um Spielertrainer Laszlo Egle zeigte sich in der Nachbetrachtung selbstkritisch und beschloss eine interne Rangordnung in punkto Kommunikation auf dem Platz.



Als es nach 41 Spielminuten zum sechsten Mal im Gehäuse des FC Deutschkreutz/Unterfrauenhaid II einschlug und sich ASK Raiding-Neuerwerbung Richard Nemeth in seiner Premieren-Halbzeit mit seinem 4. Treffer feiern ließ, ließen die Gäste bereits lange zuvor die Schultern hängen und schauten beschämt zu Boden. „Von Beginn weg hat leider die notwendige Körpersprache gefehlt. Innerhalb der Mannschaft gab es nach dem frühen hohen Rückstand keine Kommunikation mehr“, schilderte Klubobmann Norbert Hoffmann. Kein einziger Feldspieler stemmte sich erkennbar gegen die historische Niederlage – weder sportlich noch emotional. Wer hat am Spielfeld eigentlich das Sagen? Das fragten sich auch entsetzte Fans. Scheinbar niemand oder doch alle? Ein Umstand, den es für Norbert Hoffmann rasch zu beheben galt. „Wir haben uns am Montag bei der Spielerbesprechung darauf geeinigt, dass ab sofort vier Spieler in der Mannschaft das Sagen haben“, so Hoffmann. So werden Torhüter Fabian Hoffmann (er fehlt beim Saisonauftakt verletzungsbedingt), Andreas Kautz, Emmerich Hermann (der in Raiding wohnhafte Kicker heiratet am Wochenende) und natürlich Spielertrainer Laszlo Egle zukünftig lautstark Kommandos geben.
„An einem Strang ziehen“



Nicht nur die fehlende Organisation und Kommunikation seien „tödlich“ gewesen, gab Norbert Hoffmann zu. Da der spielende Trainer Laszlo Egle selbst mit seiner Körpersprache, Ratlosigkeit und Resignation vorlebte, fehlte zusätzlich der Impuls, den eine Mannschaft in einer solch einer schwierigen Phase braucht. Dazu bekannte sich der Trainer auch. Jedoch stellt die Klubführung klar, dass es (vorerst) keine Trainerdiskussion geben wird. „Wir werden die Flinte jetzt nicht ins Korn werfen. Wir müssen alle an einem Strang ziehen“, lautet die Parole.

Auch eine Debatte, die indirekt auch mit der gern diskutierten Frage nach dem Verfügung stellen qualitativ guter Spieler vom Burgenlandligaklub FC Deutschkreutz wird nicht angeheizt…

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Autor+Foto: Oliver Frank Oliver Frank