Das Prestige-Derby

▶ Bei Parndorf gegen Neusiedl geht es heute um mehr als nur den Aufstieg im BFV-Cup
▶ Acht Spieler mit Vergangenheit beim Gegner

Die Nummer eins im burgenländischen Fußball und erst recht im Bezirk ist der SC Neusiedl 1919. Dafür genügt ein Blick auf die Tabelle der Regionalliga Ost. Und trotzdem ist der Saisonabschluss heute in Parndorf mehr nur als ein stinknormales Duell um den Einzug ins BFV-Cup-Viertelfinale. „Wir freuen uns drauf, wollen Neusiedl alles abverlangen“, sagt Hausherr Paul Hafner. „Die Parndorfer sind keinesfalls zu unterschätzen“, warnt Gegenspieler Günter Gabriel.
Das alle fesselnde Zauberwort heißt Lokalderby. Jahrelang war da Parndorf der „große“ Nachbar, speziell als man in der 2. Liga spielte, in den letzen Jahren hat sich die Situation gedreht. Was gleich blieb: Die Tabellensituation hat meist wenig mit dem Ausgang zu tun.
„Ich denke, dass Kleinigkeiten entscheiden werden“, sieht Hafner seine Parndorfer nach dem tollen Landesliga-Herbst auf Augenhöhe.

Lange Verletztenliste
Während er bis auf Gruber alle Mann an Bord hat, muss Gabriel weiter Enguelle, Töpel, Breuer, Ibrahimovic und Gatti vorgeben, steht hinter Streimelweger (trainiert bei St. Pölten mit) ein Fragezeichen: „Aber unser Kader ist breit!“ Gabriel sah Parndorf gegen Pinkafeld, Hafner die Neusiedler gleich zweimal – dabei kennt man einander sowieso. In Parndorf haben Umprecht, Felix und Mario Wendelin Neusiedl-Vergangenheit, vom NSC spielten schon Kienzl, Wodicka, Kuru, Markic und Sebastian Toth beim heutigen Gegner.
Sie alle wollen eines ganz sicher nicht: Nach Schlusspfiff oder Elferschießen dem Nachbarn zur Nummer eins im Bezirk gratulieren. Selbst wenn es nur für heute ist…

Autor: Wolfgang Haenlein

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