Klares Ziel, Solo-Lauf und „Salzburg-Stil“

▶ Im Norden ist die Liga ausgeglichen – Steinbrunn plant aber zweigleisig, dahinter wird‘s eng
▶ Die Mitte prägte Kobersdorf – einzig Pöttsching kann noch mithalten
▶ Im Landes-Süden ist Unterschützen mit modernem Fußball erster Titelanwärter
▶ Thomas Steiger blickt auf einen richtig spannenden Herbst in den 1. Klassen zurück

1. Klasse Nord: Steinbrunn ist im Titel-Modus

„Es wäre fahrlässig, nicht für die 2. Liga zu planen“
Auch Dank zweier Umfaller von Verfolger Rust in den letzten beiden Runden der Herbstmeisterschaft konnte sich Steinbrunn die Winterkrone in der 1. Klasse Nord am Ende doch noch aufsetzen.

Unterm Strich war man wohl am Konstantesten, doch laut Coach Christian Meitz „kommt das nicht von ungefähr, wir mussten um jeden Punkt hart kämpfen“. Steinbrunn ist individuell – mit Rust – wohl am Besten aufgestellt. Dennoch will man nachbessern, das Team „qualitativ punktuell verstärken“, die Breite mit „jungen Spielern füllen“. Im Verein möchte man aber nicht den schnellen Erfolg mit allen Mitteln erzwingen, sondern die „Verstärkungen sollen uns langfristig helfen, wir wollen uns kadermäßig absichern“. Der Blick geht also ganz klar Richtung 2. Liga,
Trainer Meitz und seine Truppe bekennen sich zum Saisonziel, „wollen unbedingt rauf“, auch wenn man „theoretisch einen Plan-B in der Schublade hätte“. Mit dem bestehenden Team, dem ein oder anderen Neuen und der Tatsache, dass zwei Klubs den höherklassigen Gang antreten werden – wird dem Tabellenführer der Aufstieg nur schwer streitig gemacht werden können. „Es wäre auch sehr fahrlässig von uns, nicht für die 2. Liga zu planen“, so Meitz, der anspricht, dass Steinbrunn schon „zweigleisig“ fährt. Er fordert aber von seinen Spielern weiterhin vollste Konzentration ein, denn „das Frühjahr wird hart“. Stimmt, denn mit Rust, Oggau und Illmitz warten einige Teams in Schlagdistanz für die Rückrunde.


1. Klasse Mitte: Pleva-Elf mit Siebenmeilenstiefeln

Kobersdorf zeigte sich bislang in Meisterform
13 Spiele, nur eines verloren, 32 Punkte geholt – Kobersdorf läuft im Eiltempo Richtung 2. Liga. „Wenn man den Herbst Revue passieren lässt, stehen wir auch zurecht da oben“, so Hannes Pleva, Coach des Herbstmeisters der 1. Klasse Mitte. Gleich neun Zähler beträgt der Vorsprung auf Platz drei und damit auf einen Nicht-Aufstiegsplatz – nur Pöttsching konnte sich mit einem Fünf-Punkte-Rückstand im Windschatten halten.

„Die Jungs haben das wirklich stark gemacht, wir sind auf einem richtig guten Weg.“ Im Verein ist man auch von der Qualität der Spieler, respektive vom Kader, sehr überzeugt. „Ich bin mir sicher, dass wir auch eine Liga höher mitspielen können, mit dem bestehenden Team traue ich uns definitiv einen Mittelfelplatz zu“, weiß Pleva.
Dennoch sieht man Verbesserungsbedarf, will man im Winter am Transfermarkt aktiv werden. „Den einen oder anderen Spieler aus der Region wollen wir holen. Zudem werden wir auch in die Breite gehen, den Kader mit guten jungen Spielern vom Verein vergrößern.“ Kobersdorf rollt souverän durch die Liga, der Trainer sieht, dass „wir eigentlich jedes Spiel fußballerisch den Ton angegeben haben, die bessere Mannschaft waren“. Dahinter stehen einige Klubs in der Verlosung für Platz zwei, momentan herrscht ein realistischer Fünfkampf. Zugegeben, vom Winterkönig zum Titelgewinn ist es weit – doch mit den Kobersdorfer Siebenmeilenstiefeln wird für die Pleva-Elf auch das wunschgemäß zu meistern sein.


1. Klasse Süd: Kollektiv glänzt in unterschützen

Mit „Red-Bull-Fußball“ soll großer Wurf gelingen
In den vergangen beiden Corona-bedingten Abbruch-Saisonen war man Erster und Zweiter, „somit ist es jetzt auch verdient, dass wir Herbstmeister sind“, weiß Unterschützen-Coach Joachim Schwarz. „Seine“ Jungs schossen die meisten Tore (52) und erhielten die wenigsten (10) – diese Zahlen untermauern die Favoritenrolle des Winterkönigs der 1. Klasse Süd.

Schwarz verpasste dem Team seine Handschrift, er hat eine klare Vorstellung. „Mir imponiert der Red-Bull-Fußball sehr, wie Salzburg spielt, ist richtig beeindruckend.“ Die Begriffe Gegen-Pressing, Pressing und schnelles Umschaltspiel kursieren – natürlich umgelegt auf den Amateurbereich – in jedem Training in Unterschützen. „Wir trainieren das regelmäßig, wollen diesen Stil verinnerlichen. Das ist unsere Philosophie, so wollen wir jeden Gegner vor Probleme stellen.“

Als Hinrunden-Erster ist man logischerweise jetzt auch Favorit auf den Aufstieg, der für Schwarz aber „kein Muss ist, wir schauen weiter von Spiel zu Spiel“. In Understatement wiegt man sich im Verein gerne – doch der moderne Fußball spricht für sich. Laut dem Trainer ist das „Kollektiv unsere große Stärke“, nicht zuletzt deshalb wäre ein Ticket für die 2. Liga „für das Team und alle Beteiligten eine große Belohnung für die harte und kontinuierliche Arbeit“. Die junge und dynamische Truppe hat als „Mini-Salzburg im Geiste“ die wohl besten Karten, das punktgleiche Kukmirn, sowie Großpetersdorf und Goberling, mischen auch mit.

 
Autor: Thomas Steiger – Krone E-paper
 
Foto: ASK Kobersdorf

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